Energie für Brandenburg 3: Windenergie

Eigentlich kann ich mir meine Kritik an der Windenergie sparen, da ich bei meinen recherchen auf einen mit Quellen gut fundierten Artikel gestoßen bin (http://oekoreligion.npage.de/get_file.php?id=10202770&vnr=328489). Aber ich will trotzdem mal versuchen, das eh schon kompakte Material zusammenzufassen.
a) Die Einspeisung durch Windenergie ist stark schwankend. Da entsprechend EEG die Stromversorger den Windstrom aufkaufen müssen, kann es passieren das durch das Überangebot negative Preise an der Strombörse erzielt werden (was einem Verlust für die Konzerne entspricht, welchen diese natürlich an ihre Kunden weitergeben). Dazu aus einem Interview mit EON Netzvorstand Martin Fuchs: Jüngst schossen nachts am Wochenende, wenn der Strombedarf besonders niedrig ist, wegen des starken Winds im Norden gigantische Mengen Windstrom in unser Netz. Der Gesamtbedarf in unserem Gebiet betrug etwa 8000 Megawatt. Aber wir hatten allein 7500 Megawatt Windenergie. Da sich aus Gründen der Netzsicherheit nicht alle Kraftwerke einfach abschalten lassen, hatten wir enorme Überschussmengen. Das Überangebot hat an
den Strombörsen zu negativen Preisen geführt. Das heißt, wir mussten je Kilowattstunde bis
zu 1,50 Euro drauflegen, um Strom loszuwerden….Die Windparks haben in dieser Zeit
400.000 Euro in der Stunde für ihren Strom erhalten. Wir haben an der Börse zwei Millionen
Euro gezahlt, damit uns jemand den Strom abnimmt.
(http://www.wiwo.de/technik-wissen/absurder-vorwurf-412374/#comment-63421)
b) Die Umweltbilanz ist nicht gerade rosig. So beträgt die reale Einsparung des Windpark Dornstedt II (bestehend aus 4 Windkraftanlagen mit insgesamt 8,0MW Nennleistung) bei 20 Jahren Laufzeit 100000t Kohle oder 6t Natururan.
c) Derzeit sind offshore Windanlagen nicht einmal innerhalb des Subvntionsrahmens wettbewerbsfähig. Die Kosten für die Seekabel sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.
d) Auswirkungen auf die Umwelt, wie Infraschall, Pollenflug etc. sind bis heute nicht geklärt.

Mein Fazit: Derzeit ist eine stabile Stromversorgung durch Windkraft ein Luftschloß. Auch wenn die Speicherung gelingt, werden dadurch auch die Kosten für diese Anlagen größer, so das dann eine Neubewertung nötig wird, deren Ergebnis derzeit nicht voraus gesagt werden kann.

Energie für Brandenburg Teil 2: Biogasanlagen

Zu meinem einleitenden Artikel kam die Kritik, ich würde nicht alle Energiearten berücksichtigen (Anm.: Dies bezieht sich auf die Erstveröffentlichung in meinem alten, nicht mehr existenten Blog aus Piratenzeiten). Deshalb soll anders als geplant heute ein beitrag zum Thema Biogasanlagen folgen. Im Vorfeld will ich gleich an den Punkt vier der in den einleitenden Betrachtungen von mir aufgestellten Forderungen erinnern:Die Nutzung von Biomasse darf nicht zu Lasten der Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln führen. Solange große Menschenmassen an Hunger leiden, sollte keine landwirtschaftliche Nutzfläche für z.B. Treibstoffgewinnung vergeudet werden.
Ganz wichtig dabei ist für mich die Tatsache, das derzeit über eine Milliarde Menschen Hunger leiden und das pro Minute 10 Kinder weltweit verhungern. Wenn wir unter diesen Gesichtspunkt anfangen, ertragreiche landwirtschaftliche Nutzflächen zur Stromerzeugung zu verwenden, dürfen wir uns langfristig auf den Zorn der hungernden Menschen gefasst machen. Damit will ich sagen, das dies unter sozialen und vor allem humanitären Gesichtspunkten eine völlig verfehlte Politik wäre.

Unter diesem Vorzeichen sollten wir uns einmal Biogasanlagen ansehen, denn diese Anlagen sind grundlastfähig, was bei einigen anderen Energiearten nicht der Fall ist. Beispielhaft habe ich, weil das in unserem Landesverband der Piratenpartei ein gern genanntes Beispiel ist, die Biogasanlage in Strem bei Güssing in Österreich ausgesucht. Die Daten dazu stammen aus einem Infoflyer (http://www.eee-info.net/cms/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php?mlay_id=2500&mdoc_id=1000051):
Biogasanlage Stem (Güssing?) – Leistung elektrisch 500kW, Leistung thermisch 568kW, Eigenbedarf elektrisch 10% und thermisch 15%. Die benötigte Pflanzenmasse sind etwa 11.000 t im Jahr von einer Anbaufläche von 250ha.
Auch wenn es absolut nicht gern gesehen ist, habe ich zur Verdeutlichung der Relationen einmal das Kernkraftwerk Brokdorf genommen. Dieses Kraftwerk liefert bei einem installierten Reaktor eine Leistung von 1480 MW (http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Brokdorf). Zum Substituieren des AKW sind also ca. 3000 Biogaskraftwerke notwendig. Dabei würde die Pflanzenmasse von einer Fläche von 750.000 ha benötigt!
Gehen wir bei der Rechnerei noch einen kleinen Schritt weiter:
Der Grundlastbedarf in Deutschland liegt etwa bei 45GW (http://www.energieinfo.de/eglossar/grundlast.html). Zur Deckung von 10% dieser Grundlast wären also etwa 9000 Biogasanlagen notwendig! 2,25 Millionen ha Nutzfläche wären aufzuwenden. Das entspricht etwa einer Verzehnfachung der bisher zur Stromerzeugung verwendeten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Oder anders: 2003 wurden 17 Millionen ha landwirtschaftlich genutzt (das ist etwa die halbe Fläche der BRD). Um nur 10% der Grundlast mit Biogas abzudecken (ohne Wartungsreserve) würden also etwa 13% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche nur zur Stromerzeugung genutzt werden müssen.
Damit ist auch klar, das Biogasanlagen nicht alleine ausreichend sind, aber in einem Energiemix könnten sie gerade bei der lokalen Stromversorgung trotzdem eine Rolle spielen. Vor allem dann, wenn genügend nicht anderweitig verwertbare Abfälle aus der Landwirtschaft zur Verfügung stehen. Insofern stellen für mich Biogasanalgen eine Bereicherung des Energiemarktes dar, aber eher in Form einer lokalen Nischentechnologie.

Zukunft der Energiegewinnung- Energie für Brandenburg Teil 1

Wenn man sich um die zukünftige Energiegewinnung Gedanken macht, hat man es schwer. Es gibt viele verschiedene Lager (Atomkraft ja/nein/vielleicht…) und ebenso viele Ansichten. Viele dieser Streitereien halte ich jedoch für eher unsinnig, da in erster Linie (wie so oft in der Politik) vergessen wird, für wen man Politik macht- das Volk. Geht man jedoch diesen Schritt, dann muß man sich zuerst fragen, was muß eine zukunftsorientierte Energiepolitik leisten.

Wichtig halte ich hierbei einige Kernaussagen, die ich mal wie folgt formulieren will

1. In einer zivilisierten Gesellschaft wie der unsrigen gehört Energie (Strom, Wärme…) zum Grundbedarf des Menschen. Energie ist das Lebenselixier unserer Zeit.

2. Aus dem ersten Punkt folgt zwangsläufig, das Energie in ausreichenden Mengen und zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stehen muß.

3. Ein Raubbau an Bodenschätzen beraubt nachfolgende Generationen eben dieser Bodenschätze und stellt somit ein Vergehen an künftigen Generationen dar. Also abgesehen davon, das wir schon Unmengen von Kohle, Öl und Gas (die in Jahrmillionen entstanden sind) verbrannt haben und die Vorräte endlich sind, sollten wir uns von der Nutzung fossiler Energieträger verabschieden.

4. Die Nutzung von Biomasse darf nicht zu Lasten der Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln führen. Solange große Menschenmassen an Hunger leiden, sollte keine landwirtschaftliche Nutzfläche für z.B. Treibstoffgewinnung vergeudet werden.

Damit haben wir also praktisch vier Probleme und würden in Summe nahezu alle Ansätze zur Energiegewinnung ausschließen. Blieben noch Kernkraft und in Zukunft Fusionskraftwerke meiner Meinung nach übrig. Die Kernkraft ist ja schon propagandistisch verbrannt und würde zumindest auch bei den Bodenschätzen zu einem gewissen Raubbau führen. Aber da Uran auch auf natürlichem Wege zerfällt, wäre dies nicht ganz so gravierend. Gravierend ist jedoch die immer noch fehlende Endlagermöglichkeit für Atommüll. Das spricht eigentlich gegen die Kernkraft, bleibt nur noch Fusionsenergie. Hier fehlt es jedoch an einem starken finanziellen Engagement, um noch bestehende Probleme zu lösen. Die Prioritäten liegen derzeit halt anders.