Was soll das?

Am Wochenende gab es eine Reihe von pro- Gutenberg Demo’s. Ich hoffe zwar immer noch, das dies Faschingsveranstaltungen waren, bin mir aber bei manch einer Veranstaltung nicht so sicher.
Ganz ehrlich liebe Gutti- Fans, wollt ihr wirklich von Lügnern und Betrügern regiert werden, nur weil die Bild den Typen gut findet?
Meint Ihr wirklich, das das Beschei… bei einer Promotion etwa das selbe ist, wie abgucken bei der Mathe- Arbeit in Klasse 8?
Wenn ja, dann habt ihr es nicht anders verdient, als bei Wahlen belogen zu werden und als Stimmvieh mißbraucht zu werden.

Ehrlichkeit und Wissenschaft

Gestern Abend habe ich einen Artikel gelesen, über den ich mich noch immer sehr ärgere. Der Titel lautet: Ehrlichkeit in der Wissenschaft. Von Leugnern und Skeptikern. Leider ein zum Thema sehr oberflächlicher Beitrag, der verschiedenste Aspekte vermischt und durcheinander bringt. Der Autor des Pamphletes erkennt gleich zu Beginn richtig, das der Skeptiker zweifelt, „Theorien ergebnissoffen prüft“. Und das ihn dies vom Leugner unterscheidet. Wer jedoch nun auf einen spannenden Diskurs über Skeptiker, Leugner und Ehrlichkeit hofft, wird dann sehr schnell eines besseren belehrt. Denn anstatt der versprochenen Antwortsuche fällt der bis dahin noch geneigte Leser über den folgenden Satz:“Sie nennen sich Skeptiker und zweifeln wahlweise an Klimawandel oder Evolution, der Existenz des Holocausts, dem Nutzen von Impfungen oder der Gefahr des Rauchens.“
Gut, ich oute mich: Ich zweifel an vom Menschen verschuldeten Klimawandel, insbesondere an der Rolle des Kohlendioxids. Jedoch nicht generell an der Existenz eines Klimawandels. Warum zweifle ich? Zum einen liegt es an der hohen Absorbanz der nicht von Wasser überdeckten Absorptionslinie des Kohlendioxids im infraroten Spektralbereich unter den schon herrschenden Konzentrationsverhältnissen. Oder um es am historischen Beispiel festzumachen: Im Devon (vor rund 400 Millionen Jahren)lag der atmosphärische Gehalt an Kohlendioxid beim 9fachen des heutigen Wertes, die Durchschnittstemperatur lagt jedoch nur 6°C über der heutigen. Und nun soll eine Verdopplung schon zu einem Temperaturanstieg von bis zu 4°C führen. Das empfinde ich als reichlich unlogisch.
Auch das Gerede von dem globalen Klima und der Mittelung der Temperaturen halte ich für ziemlich problematisch. Warum? Ganz einfach! Wie wir hoffentlich alle in der Schule gelernt haben, teilt sich unser Planet in verschiedene Klimazonen auf. Wir hier in Deutschland leben z.B. in der gemäßigten Klimazone, die durch den Golfstrom dominiert wird. Eine statistische Mittelwertsbildung setzt jedoch voraus, das die zu mittelnden Werte der selben Grundgesamtheit angehören. Zumindest habe ich das mal so gelernt. Und das ist meiner Ansicht nach für die verschiedenen Klimazonen nicht zwangsläufig gegeben. So bedurfte es z. B. erst aufwändiger Verfahren, um auch die Antarktis wärmer zu rechnen (Anm.: irgendwo in meinen vielen Stapeln liegt noch die entsprechende Arbeit), denn in einigen Gebieten findet man dort Kälterekord auf Kälterekord (z. B.: http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/natur/neumayer-station-kaelterekord-in-der-antarktis_aid_530799.html). Und immer wieder finden sich Meldungen über den Klimawandel verstärkende bzw. abschwächende Effekte, die man bisher nicht kannte. Das Verständniss vom Klima auf unserem Planeten ändert und entwickelt sich, das muss auch so sein. Nur so funktioniert Wissenschaft, als Prozess ständiger Veränderung und Erkenntnissgewinns.
Ich möchte aber auf den besagten Artikel zurückkommen, den der auf Antwort suchender Mission befindliche Autor hat gleich noch mehr Weisheiten auf Lager. Schauen wir uns obiges Zitat an, denn dort setzt der Autor Zweifel am Klimawandel mit der Leugnung des Holocausts gleich. Ein starkes Stück, wie ich finde. Viele Klimaskeptiker die ich kenne, können durchaus ihre Haltung belegen und auch deutlich differenzieren. Und damit ist eine solche Haltung durchaus auch eine Form der Meinungsfreiheit. Jedoch die Leugnung des Holocausts ist eine Straftat. Hier also in einem Satz Klimaskeptiker und Holocaust- Leugner gleichzusetzen, zeugt nicht von der Suche nach Ehrlichkeit in der Wissenschaft sondern erscheint als plumper Diffamierungsversuch jeglicher Skeptiker.

Wenn man also nach Ehrlichkeit in der Wissenschaft sucht, sollte man bedenken: Jeder ehrliche Wissenschaftler ist auch sein eigener Skeptiker. Er wird immer und immer wieder an seinen Ergebnissen zweifeln und diese überprüfen. Denn ohne ein gesundes Maß an Skepsis ist meiner Meinung nach ehrliche Forschung gar nicht möglich.

ps: Das Wissenschaft etwas hochdynamisches ist, bestätigt gerade eine Meldung aus dem heutigen Astronews- Newsletter, die da lautet: „Bei einer Untersuchung von 47 gasreichen Galaxien wurde jetzt festgestellt, dass ihr Rotationsverhalten mit ihrer sichtbaren Masse korreliert. Dies widerspricht der aktuellen Ansicht der meisten Astronomen, nach der Galaxien überwiegend aus Dunkler Materie bestehen. Gleichzeitig bestätigt es die Vorhersage einer alternativen Gravitationstheorie.“

Causa Guttenberg – Mit der Piratenpartei wäre das nicht passiert

In einem Tweet von W. Dudda (Mitglied des Bundesvorstandes der Piratenpartei Deutschlands) las ich folgendes: „Ich persönlich halte ja Vorgänge wie die um Guttenberg für einen der maßgeblichen Gründe für die Existenz der Piratenpartei.“
Da musste ich lange überlegen, bis ich hinter den Sinn der Aussage gekommen bin. Ein erster Anhaltspunkt dazu ist das Positionspapier der Piraten mit dem Titel „Freie Verwendung von urheberrechtlich geschützten Werken nach 10 Jahren“, beschlossen 2010 auf dem BPT in Chemnitz (Quelle: http://wiki.piratenpartei.de/Freie_Verwendung_von_urheberrechtlich_gesch%C3%BCtzten_Werken_nach_10_Jahren). Dort heisst es nämlich: Die Piratenpartei Deutschland spricht sich für eine gesetzliche Regelung aus, nach der es jedem möglich ist, 10 Jahre nach Erstveröffentlichung, Werke lizenzkostenfrei und ohne Genehmigung zu verwenden, zu kopieren, zu ändern, zu fusionieren, zu verlegen, zu verbreiten oder zu verkaufen. Nichtkommerzielle Nutzung soll bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erlaubt sein.
Was hat das nun mit Guttenberg zu tun? Ganz einfach, nach diesem Positionspapier (sollte es umgesetzt werden), wäre Plagiarismus für private Zwecke sofort möglich (nichtkommerzielle Nutzung), in Falle Guttenbergs, der ja sein Dissertation auch noch verkauft hat, träfe das für alle Zitate zu, die 10 Jahre und älter wären. Nur jüngere Zitate hätte er noch aufführen müssen.

Und im Klartext, das das Urheberrecht nach diesem Positionspapier im Privatbereich nicht mehr existent wäre, könnte jeder seine Arbeiten beliebig aus anderen Quellen zusammenkupfern. Wenn man das Ganze kommerziell machen will, dann wäre das mit allen Werken möglich, die mindestens 10 Jahre alt sind. Und damit würde der Copy & Paste- Kultur Tür und Tor geöffnet und sie auch noch auf eine legale Basis gestellt werden.

Ich kann nur dringend an die Piraten appellieren, dieses Positionspapier zu überarbeiten und an alle Bürger, bis dahin die Piraten nicht zu wählen!