Der Hutbürger

Nun haben wir mal wieder einen Vorfall in Sachsen, wo man sich mal so richtig dran aufspülen kann. Den #Hutbürger, also einen Menschen, Tarifbeschäftigter beim sächsischen LKA, der in seiner Freizeit zu einer offenbar genehmigten Demonstration geht. Ich denke, das dies sein gutes Recht ist, auch wenn ich seine politische Einstellung, die er damit demonstriert, nicht teile. Und da haben wir ein Fernsehteam des ZDF’s, das diesen Mann filmt, so das man ihn gut erkennt. Das möchte er nun nicht und reagiert da meiner Meinung nach über, als er das Team auffordert, sich der Polizei zu stellen. Ich nehme mal an, das er sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlte.  Aber auch die Journalisten reagieren da etwas komisch, anstatt auf den Mann einzugehen, ignorieren sie ihn und seine Bedenken. Und so kommt es zu dem Vorfall mit Einbeziehung der Polizei und aus einer Mücke wird ein Elefant gemacht. Und das schöne daran, man kann sich mal wieder über Nichtigkeiten aufregen anstatt sich um echte Probleme journalistisch zu bemühen.

Ein Gedanke zu „Der Hutbürger

  1. Ja, Journalismus ist kein einfaches Geschäft. Natürlich müssen Journalisten Nachrichten „erzeugen“, die wahrgenommen werden, sonst könnten sie ihre Arbeit gleich einstellen. Dabei heraus kommt zwangsläufig, dass immer wieder Sachsen in die Schlagzeilen kommt, weil die Leser den Zusammenhang verstehen. Obskure Gedanken und Menschen gibt es bestimmt über die ganze Republik verteilt, aber wenn ständig gut recherchierte Berichte über unterschiedliche, dumme Populismusgläubige aus den verschiedensten Winkeln der Republik erscheinen würden, in die sich der Leser ganz neu hineindenken müsste, dann wird das bald keiner mehr wahrnehmen….
    Ich bin kein Journalist und will diesen Job auch nicht machen müssen. Dennoch bin ich froh, dass es noch genügend Journalisten gibt, die mit sich selbst diesen Zwiespalt täglich neu auskämpfen. Aus verschiedenen privaten Gesprächen mit Journalisten weiß ich, dass sie sich der von Dir beschriebenen Effekte bewusst sind und sie nur so weit in Kauf nehmen, wie sie es für unbedingt nötig halten. Die Entscheidung fällt bei jedem individuell und unterschiedlich. Unterm Strich fühle ich mich wenigstens halbwegs objektiv und ausgewogen informiert. Die GEMA Gebühr ist dafür ein vergleichsweise niedriger Preis, den ich gerne zahle.

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