Können moderne Stromspeicher die Energiewende retten?

Sammeln wir mal zuerst ein paar nackte Daten zur Beantwortung der Frage. So ist es erst einmal ganz wichtig zu wissen, wieviel elektrische Energie benötigt Deutschland pro Tag: Laut Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Bedarf_an_elektrischer_Energie) lag der Bruttostromverbrauch 2014 bei 592,2 TWh. Dividiert durch 365 Tage ergibt sich ein täglicher Bedarf von 1,62 TWh an elektrischer Energie.
Da elektrische Energie nur in anderen Energieformen gespeichert werden kann benötigen wir die Speicherdichte (Energiedichte) konventioneller Materialien. Wikipedia liefert dazu ebenfalls eine Übersicht (https://de.wikipedia.org/wiki/Energiedichte). Für die Modellrechnung benutze ich Wasserstoff unter Normaldruck. Die Energiedichte beträgt 120MJ/kg. Das sind dann umgerechnet 0,0333 MWh/kg. 1,62TWh sind 1620GWh bzw. 1620000MWh! Dividieren wir diesen Bedarf nun durch 0,0333MWh/kg kommen wir zu einem Wasserstoffbedarf von 48648648,6 kg Wasserstoff. Abgerundet also 4,8 Millionen Kilogramm Wasserstoff ( oder der Einfachheit halber 48000 Tonnen Wasserstoff). Das Molgewicht beträgt 2g je Mol. Und das molare Volumen eines idealen Gases unter Raumbedingungen sind 22,4 Liter.  4,8 Millionen Kilogramm Wasserstoff entsprechen 4,8 Milliarden Gramm und das sind wiederum 2,4 Milliarden Mol Wasserstoff. Diese würden ein Volumen von 52,76 Milliarden Litern einnehmen. 1000 Liter entsprechen einen Kubikmeter. Das heißt wir benötigen 52,76 Millionen Kubikmeter Wasserstoff- das ist immerhin ein Würfel mit einer Kantenlänge von 375 Metern (der Berliner Fernsehturm hat eine Höhe von 368 Metern).

Diese Menge an Wasserstoff würden wir formal benötigen um Deutschland einen Tag mit elektrischer Energie zu versorgen. Klingt machbar. Aber die Rechnung berücksichtigt nicht den energetischen Aufwand zur Speicherung (um den gering zu halten wurde mit Normaldruck gerechnet). Den Wirkungsgrad bei der Umwandlung der chemischen Energie in elektrische Energie sowie Transportverluste. Es wird auch nicht berücksichtigt wie schnell und effektiv elektrische Energie zur Erzeugung von Wasserstoff eingesetzt werden kann. Schlußendlich reicht bei Dunkelflauten (https://www.welt.de/wirtschaft/article161831272/Die-Dunkelflaute-bringt-Deutschlands-Stromversorgung-ans-Limit.html)  ein Tag Reserve nicht aus. Auch zukünftige Entwicklungen wie Elektromobilität oder SmartHome sind nicht berücksichtigt. Auch nicht die Tatsache das der Tagesbedarf im Winter deutlich höher liegt als im Sommer.

Übrigens ein Li-Ionen Akku hat eine Energiedichte von 0,65 MJ/kg oder anders gesagt ist der Li-Ionen Akku um den Faktor 185 schlechter. Oder anders gesagt würden sie 888 Millionen Kilogramm Li-Ionen Akkus benötigen um den Energiebedarf von einem Tag zu speichern.

Auch habe ich die Frage ausgeblendet, wie schnell man den verbrauchten Speicher wieder füllen kann und muß und wo die dazu benötigte überschüssige Energie herkommen soll. Ebenso die Frage der fehlenden Infrastruktur.

 

Die doch schräge Diskussion um die Todesstrafe

Die Türkei liefert ja derzeit viel Stoff zum Diskutieren. So zum Beispiel die Forderung nach der Todesstrafe. Das Motiv dafür ist eigentlich auch klar ersichtlich: Rache. Rache an denen, die es gewagt haben sich gegen Erdogan aufzulehnen. Und genau das ist es, was ich daran besonders verwerflich finde. Denn wenn wir einmal unser Grundgesetz betrachten, so gibt es da den §20(4), der da lautet: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Ich weiß nicht, ob die Türkei auch so etwas kennt, aber ich halte das für wichtig. Und es darf nicht gleich die Todesstrafe als Drohung dagegen stehen. Überhaupt haben wir es geschafft, die Todesstrafe in Europa zu verbannen. Das ist ganz sicher ein enormer Schritt nach vorne in einem humanistisch geprägten System. Denn die Bestrafung mit dem Tod ist eine endgültige Strafe. Sie kann nicht wieder revidiert werden. Und wie man bei einem Blick in die USA sieht, wurden immer wieder Unschuldige zum Tode verurteilt und auch exekutiert. Das geht gar nicht und daher sollten Staaten, die die Todesstrafe wieder einführen keinen Weg in die EU bekommen.
Aber sollte man prinzipiell auf die Todesstrafe verzichten? Immer wenn ganz besonders schlimme Verbrechen passieren, wird in der Diskussion immer mal wieder die Todesstrafe gefordert. Und so bin auch ich dafür für ganz besonders schlimme Verbrechen (insbesondere Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) diese Strafe noch zur Verfügung zu haben. Jemanden, der für den Tod von hunderten oder gar tausenden Menschen verantwortlich ist, den kann man nicht wieder in die Gesellschaft integrieren. Und derjenige kann auch nicht Unschuldig sein. Ansonsten hat sie aber auch für mich ausgedient.