Nawalny wurde vergiftet

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Nach langer Abstinenz will ich mal wieder etwas in meinem privaten Blog schreiben und hoffe, das dieser Beitrag nicht mit den Beiträgen meiner anderen Blogs vermischt wird. Denn hier stelle ich meine ganz persönliche Meinung zum Zeitgeschehen dar.

Zum Thema:

Was lese ich gerade in einem mir sehr vertrauten Newsletter? Ich zitiere mal: „Die Deutsch-Russischen Beziehungen sind damit angespannt wie lange nicht mehr Punkt. Die politische Legitimation für den Gasdeal mit Putins Gasprom schwindet. Der amerikanische Druck, das Projekt Nord Stream 2 zu beenden, verstärkt sich, weil ein aggressiver Putin sich selbst beschädigt.

Stellen wir uns jetzt mal auf die einfache Frage was hat Putin davon? Konnte ein Mann, der ein so großes Land regiert, sich nicht denken dass ein Giftanschlag auf einen Oppositionspolitiker wie Nawalny nicht zu entsprechenden Gegenreaktionen des Westens führen würde? Ich persönlich denke dass das Putin schon klar ist beziehungsweise klar gewesen wäre, wenn er denn für diesen abscheulichen Anschlag verantwortlich ist. Daher noch einmal die Frage was hat Putin von einem Mordanschlag auf einen so bekannten Oppositionspolitiker? Eigentlich nichts! Er kann im Prinzip nur verlieren. Zum Beispiel halt das erwähnte Projekt Nord Stream 2. Aber auch an Ansehen und an Bedeutung würde er dadurch verlieren. Die Frage die man sich eigentlich stellen muss ist die: „Wer profitiert von dem Anschlag auf Nawalny?“. Ich habe da so meine eigenen Theorien, jedoch möchte ich nicht in den Ruf des Verschwörungstheoretikers kommen. Nur um einmal die gedankliche Richtung zu skizzieren: „Wer versucht seit Jahren das Projekt Nord Stream 2 zu torpedieren? Könnten nicht solche Leute von einem Anschlag auf Nawalny mehr profitieren als Putin? Ja das ist meiner Meinung nach eine Frage die man sich selber beantworten muss, da es die Frage nach Motiv und Nutzen ist. Sich jetzt nur hinzustellen und ohne Beweise zu schreien: Der Putin wars das scheint mir auch nicht der richtige Weg zur Entspannung in Europa zu sein und Europa braucht Entspannung, braucht Zusammenarbeit und Zusammenhalt und Russland gehört nun einmal zu Europa.

Eine kleine Randbemerkung noch zu den Kampfstoffen die heute unter dem Begriff Nowitschok firmieren. In meinem Studium von 1985 – 1990 hatte ich auch Russisch als Hauptfremdsprache mit auf dem Studienplan. Und in dem Verlauf der Ausbildung in Russisch hatten wir auch einmal die Aufgabe ein russischen Originalartikel in der Chemie zu lesen und zu übersetzen beziehungsweise entsprechend als Inhaltsangabe vorzustellen. Und mein Artikel war ein Artikel über Acetylcholinesterasehemmer. Was heißt, das in den damaligen sowjetischen Forschungseinrichtungen vor 40 Jahren intensiv an dieser Stoffgruppe gearbeitet wurde. Es ist also nichts Neues, nichts Geheimnisvolles oder gar Mystisches dran sondern altbekannte Forschung die natürlich auch zu Ergebnissen geführt hat. Und darunter werden sich auch toxische Stoffe befunden haben, die aber im Prinzip jeder halbwegs talentierte Chemiker weltweit mit entsprechenden Geräten herstellen kann. Allein die Tatsache, dass man mal in der vorherigen Sowjetunion beziehungsweise im heutigen Russland mit diesen Stoffen gearbeitet hat ist noch lange kein Indiz dafür, dass man sie auch zum Vergiften von Oppositionspolitiker oder ehemaligen Doppelagenten verwendet.  Das könnte grundsätzlich jeder gewesen sein der Zugang zu den entsprechenden Materialien hat.

 

Bundespressekonferenz von Scientists4future

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Da mir die Zeit und der Nerv fehlt, mir 45 Minuten einer Pressekonferenz anzusehen, habe ich mir mal die Highlights im Tagesspiegel angesehen (https://www.tagesspiegel.de/berlin/scientists-for-future-es-gibt-keine-ausreden-mehr/24092812.html):
Hier mal meine Gedanken dazu.
1)“Auf die Frage, welche Parteien, die jetzt im Bundestag sitzen, die richtigen Ansätze hätten, antworteten die Forscher: keine einzige. „In diesem Bereich sind wir in Deutschland ein Entwicklungsland“, sagte Maja Göpel. “ – OK, Das ist wohl wahr und auch traurig. Aber diese Erkenntnis ist weder neu noch hilfreich.
2)“Sie würde sich wünschen, dass dieselbe Stimmung beim Klimaschutz aufkommen würde wie bei der Digitalisierung. „Das ist auch ein riesiger Strukturwandel, und der wird gefeiert. Warum finden wir nicht dieselbe Energie für die Mobilisierung neuer Technologien für den Klimaschutz?““ – Nun nehmen wir den Breitbandausbau, so hoffe ich inständig, das die Klimapolitik in Deutschland nicht so ein Rohrkrepierer wird. Und schauen wir auf die Digitalisierung allgemein, dann fällt mir auf, das mal abgesehen von SAP kein bedeutender Digitalkonzern aus Deutschland kommt. Keine soziales Netzwerk von Bedeutung, keine Suchmaschine oder ähnliches. Und bei der Netzwerktechnik? Klar AVM macht gute Router, aber einen Ausstatter für 5g? Haben wir nicht, nicht mal ansatzweise.
3) „Luisa Neubauer und Jakob Blasel sind resolut: „Wenn diese Pressekonferenz eine Botschaft haben soll, dann die: Es gibt keine Ausreden mehr. Ein ökologischer Kollaps ist für unsere Generation keine Option“, sagte Neubauer. “ – Absolut richtig, aber auch diese Erkenntnis ist weder neu noch hilfreich.
4) „„Also ganz ehrlich, Piloten oder Lokführer streiken doch auch nicht in ihrer Freizeit“, sagte Eckart von Hirschhausen. “ – Der weltbekannt Klimatologe von Hirschhausen hat noch nicht bemerkt, das Piloten oder Lokführer eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung haben. Die heute junge Generation wird sich weiteren technologischen Herausforderungen stellen müssen, dazu bedarf es eines umfangreichen Wissens. Das jedoch bekommt man nicht vom Bestreiken der Schule. In einer globalisierten Welt gibt es genügend junge und gut ausgebildete Menschen, die gerne für deutsche Bildungsstreiker einspringen. 
5) „Ich als Arzt kann Ihnen sagen: Es macht einen großen Unterschied, ob Sie 41 Grad oder 43 Grad Fieber haben. Und unsere Erde fiebert“, sagte von Hirschhausen.“ – Wo er Recht hat, hat er Recht. Wie wäre es mit kalten Umschlägen?

Wenn so also die Antworten von mehr als 12000 Wissenschaftler auf die drängenden Probleme unserer Zeit aussehen, dann sollten sich die Jungen Menschen ganz viel Sorgen machen und ganz schnell ihr Abitur und Studium durchziehen. Denn dann brauchen wir ganz dringend gut ausgebildete junge Wissenschaftler, die Lösungen suchen und finden.

Fake News überall

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Ein großer Nachteil der modernen Informationsgesellschaft sind Fake News. Man kann heute weniger denn je eine Nachricht vertrauen und das obwohl es durchaus einfacher geworden ist, den Wahrheitsgehalt einer Meldung zu recherchieren. Letzteres ist halt extrem zeitaufwändig, bedarf hin und wieder Fremdsprachenkenntnisse.
Wie einfach heute das Verändern von Bildern ist, hat sicher jeder schon einmal gesehen. Photoshop und CO machen es möglich. In der vordigitalen Zeit war das Retuschieren von Photos zum Zwecke der Verfälschung kompliziert und benötigte viel handwerkliches Geschick.
Insofern wäre es sicher hilfreich, wenn man als Durchschnittsnutzer Unterstützung beim Erkennen von Fake News hätte. Und dazu gibt es mittlerweile diverse Browser PlugIns. Eines davon ist NewsGuard das für alle gängigen Browser zur Verfügung steht.

Kriterien für die Webseitenbewertung sind dabei folgende:


Kredibilität

  1. Veröffentlicht nicht wiederholt falsche Inhalte.
  2. Verantwortungsbewusst Informationen sammeln und präsentieren
  3. Regelmäßige Korrektur oder Klärung von Fehlern
  4. Verantwortungsvoller Umgang mit dem Unterschied zwischen Nachrichten und Meinungen
  5. Vermeidet irreführende Schlagzeilen

Transparenz

  1. Website offenbart Eigentum und Finanzierung
  2. Kennzeichnet Werbung deutlich
  3. Enthält die Verantwortlichen, einschließlich möglicher Interessenkonflikte.
  4. Die Website enthält Namen von Inhaltserstellern sowie Kontakt- oder biografische Informationen.

Das macht auf den ersten Blick natürlich Sinn und zumindestens den Teil Kredibilität sollte man für sich meiner Meinung nach immer wieder mal durchgehen, wenn man Nachrichten einordnen will.
Und da newsguardtech sich seinen eigenen Kriterien verpflichtet fühlen muss, haben sich auch u.a. ihren Beirat veröffentlich. Ich poste hier die deutsche Übersetzung:

Unser Beirat

  • Tom Ridge, der erste Minister für Heimatschutz (George W. Bush-Regierung)
  • Richard Stengel, ehemaliger Redakteur des Time Magazine und Staatssekretär für öffentliche Diplomatie (Obama-Administration)
  • (Zurück.) General Michael Hayden, ehemaliger Direktor der CIA, ehemaliger Direktor der National Security Agency und ehemaliger stellvertretender Direktor des nationalen Geheimdienstes (George W. Bush-Administration).
  • Don Baer, Vorsitzender von Burson, Cohn & Wolfe und ehemaliger Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses (Clinton-Administration)
  • Elise Jordan, politische Analystin, NBC, und ehemalige Rednerin der Außenministerin Condoleezza Rice
  • John Battelle, Mitbegründer von Wired und Gründungsvorsitzender von Industry Standard Zeitschriften.
  • Jessica Lessin, Gründerin und Chefredakteurin von The Information

Nun wollen Sie wirklich diesen Leuten vertrauen? Ich habe da meine Bedenken. Und ein Blick auf die Bewertung der Seite Sputnik News erhärtet diesen Verdacht. Auch wenn Sputniknews definitiv pro russisch und auch staatsfinanziert ist. Aber genau mit dem Wissen, kann man die Nachrichten dieser Seite einordnen, auch ohne PlugIn.


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