Die doch schräge Diskussion um die Todesstrafe

Die Türkei liefert ja derzeit viel Stoff zum Diskutieren. So zum Beispiel die Forderung nach der Todesstrafe. Das Motiv dafür ist eigentlich auch klar ersichtlich: Rache. Rache an denen, die es gewagt haben sich gegen Erdogan aufzulehnen. Und genau das ist es, was ich daran besonders verwerflich finde. Denn wenn wir einmal unser Grundgesetz betrachten, so gibt es da den §20(4), der da lautet: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Ich weiß nicht, ob die Türkei auch so etwas kennt, aber ich halte das für wichtig. Und es darf nicht gleich die Todesstrafe als Drohung dagegen stehen. Überhaupt haben wir es geschafft, die Todesstrafe in Europa zu verbannen. Das ist ganz sicher ein enormer Schritt nach vorne in einem humanistisch geprägten System. Denn die Bestrafung mit dem Tod ist eine endgültige Strafe. Sie kann nicht wieder revidiert werden. Und wie man bei einem Blick in die USA sieht, wurden immer wieder Unschuldige zum Tode verurteilt und auch exekutiert. Das geht gar nicht und daher sollten Staaten, die die Todesstrafe wieder einführen keinen Weg in die EU bekommen.
Aber sollte man prinzipiell auf die Todesstrafe verzichten? Immer wenn ganz besonders schlimme Verbrechen passieren, wird in der Diskussion immer mal wieder die Todesstrafe gefordert. Und so bin auch ich dafür für ganz besonders schlimme Verbrechen (insbesondere Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) diese Strafe noch zur Verfügung zu haben. Jemanden, der für den Tod von hunderten oder gar tausenden Menschen verantwortlich ist, den kann man nicht wieder in die Gesellschaft integrieren. Und derjenige kann auch nicht Unschuldig sein. Ansonsten hat sie aber auch für mich ausgedient.

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Ich weiß, das wir Deutschen einen starken Trend zur Selbstverneinung haben. Jeder Form von Nationalstolz rutscht schnell in die rechte Ecke. Das führt dann schnell zu Dingen, die ich dann nicht mehr verstehe: Gerade fand ich die Homepage dr International Spectroscopic Database e.V. (http://is-db.org/) mit Sitz in Dortmund und auch im dortigen Vereinsregister registriert. Prima Sache. Das heute in Deutschland Seiten nur noch in englisch angeboten werden, ist in kreisen der Wissenschaft ( zu gut englisch: der scientific community) leider gang und gäbe. Der interessierte Bürger und Steuerzahler muß dann eben einen Übersetzer bemühen oder gleich außen vor bleiben. Den Vogel schießt aber nun oben erwähnte Gesellschaft mit folgender Aussage ab: „You can contact us by e-mail, telephone or fax in Czech, English, French, Portuguese and Spanish.“
Ich fasse das mal zusammen: Ein wissenschaftlicher Verein (eingetragener Verein) mit Sitz in Dortmund kann in tschechisch, englisch, französisch, portugiesisch und spanisch kommunizieren. Aber nicht in deutsch? Das muß man sich mal auf der zunge zergehen lassen!

is-db

Flüchtlinge als Chance gegen den demografischen Wandel?

Wir sollen die Flüchtlinge als Chance im Kampf gegen den demografischen Wandel begreifen. Das und andere heilsbringende Dinge werden gerade täglich durch die deutschen Mainstream-Medien in die Welt posaunt.

Halten wir zunächst einmal fest: Menschen, die durch Krieg etc. in ihrem Leben bedroht sind, haben bei uns ein Recht auf Asyl. Das ist gut so und soll auch so bleiben. Wir sollten uns jedoch bei der Diskussion über das gegenwärtige Flüchtlingsproblem die Ursachen nicht vergessen. Die sind zu einem nicht unerheblichen Teil in den geopolitischen Interessen der USA zu sehen. Denen war Assad ein Dorn im Auge, ebenso Saddam Hussein oder auch Ghadafi. Das diese Herrscher wiederum auch so ziemliche Verbrecher waren bzw. sind machte es nur einfacher, die Opposition in den jeweiligen Ländern zu stärken und die Länder zu destabilisieren. Das Ergebnis sieht man ja. Bürgerkrieg, IS, Al Khaida und wie sie alle heißen, sind eben ein Produkt dieser Destabilisierung wenn nicht sogar einer gezielten Aufrüstung (solange sie nützlich waren/sind).

Aber kommen wir einmal zum demografischen Wandel zurück. Klar ist, das wir als Gesellschaft immer mehr Ältere aber auch immer mehr nicht erwerbstätige Menschen(die nur in wenigen Fällen als Arbeitslose zählen) mit versorgen müssen. Es wäre nun sicher grundsätzlich prima, wenn wir das Verhältnis durch mehr Erwerbstätige verbessern könnten. Nur Bedarf es dazu neuer Arbeitsplätze. Werfen wir einmal einen Blick auf die Entwicklung offener Stellen im Euroraum (langfristig ) als auch bei uns (im letzten Jahr), so bleiben bei mir Zweifel daran, das es diese Stellen überhaupt gibt. Und das diese entstehen werden, halte ich auch für unsinnig. Warum? Weil die verschiedenen technologischen Entwicklungen eher die Zahl der Erwerbstätigen verringern werden. Zum Beispiel autonom fahrende LKW’s, Drohnen die Pakete selbstständig ausliefern, Reinigungsroboter (die Gebäudereiniger und Haushaltshilfen ersetzen werden) etc.
Das Argument ist also faul. Bleibt als Fazit:

Wir müssen die Flüchtlinge aufnehmen, weil wir zu bequem sind, die Politiker zu verjagen, die durch ihre politischen Entscheidungen erst die Ursachen für die derzeitigen Flüchtlingsströme erzeugt haben.