Impfstoff zweiter Klasse?

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Derzeit wird ja viel über den Impfstoff von AstraZeneca gemeckert. Ich stelle mir die Frage, ist das berechtigt? und komme wie oft zu keinem eindeutigen Ergebnis. Daher mal der Versuch die Fakten zu sortieren. Der Grippeimpfstoff wirkt bei älteren Menschen mit einer Schutzwirkung um die 50% (https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html). Das bedeutet immerhin, das man das Risiko einer Erkrankung halbiert. Und das ist besser als nichts. Bei jüngeren Menschen kann die Schutzwirkung sogar bis 80% betragen. Bei dem Covid19 Impfstoff von AstraZeneca liegt die Schutzwirkung so um die 60% also in der Größenordnung des saisonalen Grippeimpfstoffes. Das ist zwar nicht unbedingt toll aber besser als nichts, wenn es da nicht Impfstoffe gäbe, deren Schutzwirkung mehr als 90% beträgt. Nun kann das daran liegen, das diese Impfstoffe anders funktionieren. Ein zum AstraZeneca vergleichbarer Vektorimpfstoff ist der russische Impfstoff Sputnik V mit einer Schutzwirkung ebenfalls größer 90% (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/120782/Sputnik-V-Russischer-Impfstoff-erzielt-auch-im-Alter-hohe-Schutzwirkung; Lancet DOI: 10.1016/S0140-6736(21)00234-8). Auch chinesische Impfstoff haben teilweise höhere Schutzwirkung als der AstraZeneca Impfstoff (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/120839/3-Impfstoffe-aus-China-draengen-auf-weltweiten-Einsatz).
Der zweite Kritikpunkt sind Nebenwirkungen die teilweise gehäuft bei dem AstraZeneca Impfstoff auftreten? Auch hier sollte man sich die Frage stellen, was besser ist. ein Tag Schüttelfrost oder eine Covid19 Infektion mit der Gefahr erheblicher Spätfolgen (https://www.pharmazeutische-zeitung.de/neues-zu-den-spaetfolgen-der-corona-infektion-123042/)
Was also könnte man tun? Ich würde es für sinnvoll halten den AstraZeneca Impfstoff trotzdem zu verwenden. Primär jedoch nicht bei den Risikogruppen, medizinischen Personal etc. Da ich davon ausgehe, das die Impfung gegen COVID19 aufgefrischt und an die Mutationen angepasst werden muß, kann man jetzt den AstraZeneca Impfstoff verwenden um die Pandemie erst einmal unter Kotrolle zu bekommen. Später wird der Markt das regeln, wenn genug wirksamere Vakzzine zur Verfügung stehen. Und um die Titelfrage aus meiner Sicht zu beantworten, der Impfstoff von AstraZeneca ist kein Impfstoff zweiter Klasse, aber er gehört auch nicht zu den leistungsfähigen Produkten. Es gibt eben Impfstoffe die deutlich besser schützen und gleichzeitig auch besser verträglich sind.

Tuberkulose

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Wussten Sie eigentlich, das laut Schätzung der WHO ca. ein Drittel der Menschheit mit Tuberkuloseerregern latent infiziert ist? 2018 gab  es laut WHO durch Tuberkulose 1,2 Millionen Todesfälle und ca. 10 Millionen Neuerkrankungen. Im Vergleich dazu hat Covid19 dieses Jahr (bzw. seit Ausbruch) zu 31,3 Millionen Erkrankten und knapp einer Millionen Toten geführt.

Beim Vergleich der Zahlen sollte man auch noch berücksichtigen, das es gegen Tuberkulose eine Impfung als auch gut etablierte Behandlungsmethoden gibt. Gegen Covid19 gibt es weder das Eine noch das Andere.

Für mich ist daher die Mund-Nase Bedeckung ein kleines Übel. Interessanter Weise sind seit März generell die Anzahl der Atemwegserkrankungen drastisch zurück gegangen. Ein Argument für mehr Hygiene und auch generelle Rücksichtnahme in der Öffentlichkeit.

 

Quellen u.a.

https://www.laborpraxis.vogel.de/extreme-antibiotikaresistenz-a-958541/

https://www.lungeninformationsdienst.de/themenmenue/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/abrupter-rueckgang-an-akuten-atemwegserkrankungen-in-deutschland//index.html

Nawalny wurde vergiftet

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Nach langer Abstinenz will ich mal wieder etwas in meinem privaten Blog schreiben und hoffe, das dieser Beitrag nicht mit den Beiträgen meiner anderen Blogs vermischt wird. Denn hier stelle ich meine ganz persönliche Meinung zum Zeitgeschehen dar.

Zum Thema:

Was lese ich gerade in einem mir sehr vertrauten Newsletter? Ich zitiere mal: „Die Deutsch-Russischen Beziehungen sind damit angespannt wie lange nicht mehr Punkt. Die politische Legitimation für den Gasdeal mit Putins Gasprom schwindet. Der amerikanische Druck, das Projekt Nord Stream 2 zu beenden, verstärkt sich, weil ein aggressiver Putin sich selbst beschädigt.

Stellen wir uns jetzt mal auf die einfache Frage was hat Putin davon? Konnte ein Mann, der ein so großes Land regiert, sich nicht denken dass ein Giftanschlag auf einen Oppositionspolitiker wie Nawalny nicht zu entsprechenden Gegenreaktionen des Westens führen würde? Ich persönlich denke dass das Putin schon klar ist beziehungsweise klar gewesen wäre, wenn er denn für diesen abscheulichen Anschlag verantwortlich ist. Daher noch einmal die Frage was hat Putin von einem Mordanschlag auf einen so bekannten Oppositionspolitiker? Eigentlich nichts! Er kann im Prinzip nur verlieren. Zum Beispiel halt das erwähnte Projekt Nord Stream 2. Aber auch an Ansehen und an Bedeutung würde er dadurch verlieren. Die Frage die man sich eigentlich stellen muss ist die: „Wer profitiert von dem Anschlag auf Nawalny?“. Ich habe da so meine eigenen Theorien, jedoch möchte ich nicht in den Ruf des Verschwörungstheoretikers kommen. Nur um einmal die gedankliche Richtung zu skizzieren: „Wer versucht seit Jahren das Projekt Nord Stream 2 zu torpedieren? Könnten nicht solche Leute von einem Anschlag auf Nawalny mehr profitieren als Putin? Ja das ist meiner Meinung nach eine Frage die man sich selber beantworten muss, da es die Frage nach Motiv und Nutzen ist. Sich jetzt nur hinzustellen und ohne Beweise zu schreien: Der Putin wars das scheint mir auch nicht der richtige Weg zur Entspannung in Europa zu sein und Europa braucht Entspannung, braucht Zusammenarbeit und Zusammenhalt und Russland gehört nun einmal zu Europa.

Eine kleine Randbemerkung noch zu den Kampfstoffen die heute unter dem Begriff Nowitschok firmieren. In meinem Studium von 1985 – 1990 hatte ich auch Russisch als Hauptfremdsprache mit auf dem Studienplan. Und in dem Verlauf der Ausbildung in Russisch hatten wir auch einmal die Aufgabe ein russischen Originalartikel in der Chemie zu lesen und zu übersetzen beziehungsweise entsprechend als Inhaltsangabe vorzustellen. Und mein Artikel war ein Artikel über Acetylcholinesterasehemmer. Was heißt, das in den damaligen sowjetischen Forschungseinrichtungen vor 40 Jahren intensiv an dieser Stoffgruppe gearbeitet wurde. Es ist also nichts Neues, nichts Geheimnisvolles oder gar Mystisches dran sondern altbekannte Forschung die natürlich auch zu Ergebnissen geführt hat. Und darunter werden sich auch toxische Stoffe befunden haben, die aber im Prinzip jeder halbwegs talentierte Chemiker weltweit mit entsprechenden Geräten herstellen kann. Allein die Tatsache, dass man mal in der vorherigen Sowjetunion beziehungsweise im heutigen Russland mit diesen Stoffen gearbeitet hat ist noch lange kein Indiz dafür, dass man sie auch zum Vergiften von Oppositionspolitiker oder ehemaligen Doppelagenten verwendet.  Das könnte grundsätzlich jeder gewesen sein der Zugang zu den entsprechenden Materialien hat.

 


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