Bundespressekonferenz von Scientists4future

Da mir die Zeit und der Nerv fehlt, mir 45 Minuten einer Pressekonferenz anzusehen, habe ich mir mal die Highlights im Tagesspiegel angesehen (https://www.tagesspiegel.de/berlin/scientists-for-future-es-gibt-keine-ausreden-mehr/24092812.html):
Hier mal meine Gedanken dazu.
1)“Auf die Frage, welche Parteien, die jetzt im Bundestag sitzen, die richtigen Ansätze hätten, antworteten die Forscher: keine einzige. „In diesem Bereich sind wir in Deutschland ein Entwicklungsland“, sagte Maja Göpel. “ – OK, Das ist wohl wahr und auch traurig. Aber diese Erkenntnis ist weder neu noch hilfreich.
2)“Sie würde sich wünschen, dass dieselbe Stimmung beim Klimaschutz aufkommen würde wie bei der Digitalisierung. „Das ist auch ein riesiger Strukturwandel, und der wird gefeiert. Warum finden wir nicht dieselbe Energie für die Mobilisierung neuer Technologien für den Klimaschutz?““ – Nun nehmen wir den Breitbandausbau, so hoffe ich inständig, das die Klimapolitik in Deutschland nicht so ein Rohrkrepierer wird. Und schauen wir auf die Digitalisierung allgemein, dann fällt mir auf, das mal abgesehen von SAP kein bedeutender Digitalkonzern aus Deutschland kommt. Keine soziales Netzwerk von Bedeutung, keine Suchmaschine oder ähnliches. Und bei der Netzwerktechnik? Klar AVM macht gute Router, aber einen Ausstatter für 5g? Haben wir nicht, nicht mal ansatzweise.
3) „Luisa Neubauer und Jakob Blasel sind resolut: „Wenn diese Pressekonferenz eine Botschaft haben soll, dann die: Es gibt keine Ausreden mehr. Ein ökologischer Kollaps ist für unsere Generation keine Option“, sagte Neubauer. “ – Absolut richtig, aber auch diese Erkenntnis ist weder neu noch hilfreich.
4) „„Also ganz ehrlich, Piloten oder Lokführer streiken doch auch nicht in ihrer Freizeit“, sagte Eckart von Hirschhausen. “ – Der weltbekannt Klimatologe von Hirschhausen hat noch nicht bemerkt, das Piloten oder Lokführer eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung haben. Die heute junge Generation wird sich weiteren technologischen Herausforderungen stellen müssen, dazu bedarf es eines umfangreichen Wissens. Das jedoch bekommt man nicht vom Bestreiken der Schule. In einer globalisierten Welt gibt es genügend junge und gut ausgebildete Menschen, die gerne für deutsche Bildungsstreiker einspringen. 
5) „Ich als Arzt kann Ihnen sagen: Es macht einen großen Unterschied, ob Sie 41 Grad oder 43 Grad Fieber haben. Und unsere Erde fiebert“, sagte von Hirschhausen.“ – Wo er Recht hat, hat er Recht. Wie wäre es mit kalten Umschlägen?

Wenn so also die Antworten von mehr als 12000 Wissenschaftler auf die drängenden Probleme unserer Zeit aussehen, dann sollten sich die Jungen Menschen ganz viel Sorgen machen und ganz schnell ihr Abitur und Studium durchziehen. Denn dann brauchen wir ganz dringend gut ausgebildete junge Wissenschaftler, die Lösungen suchen und finden.

Fake News überall

Ein großer Nachteil der modernen Informationsgesellschaft sind Fake News. Man kann heute weniger denn je eine Nachricht vertrauen und das obwohl es durchaus einfacher geworden ist, den Wahrheitsgehalt einer Meldung zu recherchieren. Letzteres ist halt extrem zeitaufwändig, bedarf hin und wieder Fremdsprachenkenntnisse.
Wie einfach heute das Verändern von Bildern ist, hat sicher jeder schon einmal gesehen. Photoshop und CO machen es möglich. In der vordigitalen Zeit war das Retuschieren von Photos zum Zwecke der Verfälschung kompliziert und benötigte viel handwerkliches Geschick.
Insofern wäre es sicher hilfreich, wenn man als Durchschnittsnutzer Unterstützung beim Erkennen von Fake News hätte. Und dazu gibt es mittlerweile diverse Browser PlugIns. Eines davon ist NewsGuard das für alle gängigen Browser zur Verfügung steht.

Kriterien für die Webseitenbewertung sind dabei folgende:


Kredibilität

  1. Veröffentlicht nicht wiederholt falsche Inhalte.
  2. Verantwortungsbewusst Informationen sammeln und präsentieren
  3. Regelmäßige Korrektur oder Klärung von Fehlern
  4. Verantwortungsvoller Umgang mit dem Unterschied zwischen Nachrichten und Meinungen
  5. Vermeidet irreführende Schlagzeilen

Transparenz

  1. Website offenbart Eigentum und Finanzierung
  2. Kennzeichnet Werbung deutlich
  3. Enthält die Verantwortlichen, einschließlich möglicher Interessenkonflikte.
  4. Die Website enthält Namen von Inhaltserstellern sowie Kontakt- oder biografische Informationen.

Das macht auf den ersten Blick natürlich Sinn und zumindestens den Teil Kredibilität sollte man für sich meiner Meinung nach immer wieder mal durchgehen, wenn man Nachrichten einordnen will.
Und da newsguardtech sich seinen eigenen Kriterien verpflichtet fühlen muss, haben sich auch u.a. ihren Beirat veröffentlich. Ich poste hier die deutsche Übersetzung:

Unser Beirat

  • Tom Ridge, der erste Minister für Heimatschutz (George W. Bush-Regierung)
  • Richard Stengel, ehemaliger Redakteur des Time Magazine und Staatssekretär für öffentliche Diplomatie (Obama-Administration)
  • (Zurück.) General Michael Hayden, ehemaliger Direktor der CIA, ehemaliger Direktor der National Security Agency und ehemaliger stellvertretender Direktor des nationalen Geheimdienstes (George W. Bush-Administration).
  • Don Baer, Vorsitzender von Burson, Cohn & Wolfe und ehemaliger Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses (Clinton-Administration)
  • Elise Jordan, politische Analystin, NBC, und ehemalige Rednerin der Außenministerin Condoleezza Rice
  • John Battelle, Mitbegründer von Wired und Gründungsvorsitzender von Industry Standard Zeitschriften.
  • Jessica Lessin, Gründerin und Chefredakteurin von The Information

Nun wollen Sie wirklich diesen Leuten vertrauen? Ich habe da meine Bedenken. Und ein Blick auf die Bewertung der Seite Sputnik News erhärtet diesen Verdacht. Auch wenn Sputniknews definitiv pro russisch und auch staatsfinanziert ist. Aber genau mit dem Wissen, kann man die Nachrichten dieser Seite einordnen, auch ohne PlugIn.