Im einfachsten Sinne bedeutet Netzneutralität ja, das jedes Datenpaket gleichberechtigt weitergeleitet wird und das mit der Geschwindigkeit, die man verfügbar (und bezahlt) hat. Das bei deutschen Providern die Versprechen was die Geschwindigkeit der Internetverbindung betrifft oft von der Realität abweichen, das ist ja zur Genüge bekannt.
Ruchbar ist darüber hinaus Kabel Deutschland geworden, da sich die Firma explizit das Recht zur Drosselung herausgenommen hat und im mobilen Internet gehört ja eine volumenabhängige Drosselung und VoIP- Sperre ja zur Normalität.
Aber was ist nun drann an der Vermutung, das deutsche Provider per Deep packet inspection gezielt den Datenstrom regulieren? Nun die Frage kann ich auch nicht beantworten, aber es gibt da ein von der Max- Plack Gesellschaft (Max Planck Institute for Software Systems) entwickeltes Tool, was zumindest etwas Licht in das Dunkel bringen kann. Wer also mehr über eventuelle Drosselungen seines Providers erfahren möchte, der schaue doch mal hier: http://broadband.mpi-sws.org/transparency/glasnost.php.
Juli 08
Netzneutralität aktuell
Juli 05
Archäologie ist keine Wissenschaft?
In der Hauszeitung deutscher Chemiker werden manchmal erfolgreiche Autoren kurz vorgestellt. Im aktuellen Band 28 ist es Herr Jinbo Hu, Research Professor am Shanghai Institute of Organic Chemistry der Chinesischen Akademie der Wissenschaften., anläßlich seiner 10. Publikation in dieser international sehr renommierten Zeitschrift. Das alles wäre an sich keinen Blog- Beitrag wert, wäre da nich folgende Aussage des netten Herren: „Wenn ich kein Wissenschaftler wäre, wäre ich ein Archäologe. Meine größte Motivation sind mein Interesse und meine Neugier …“ (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201201016/abstract).
Hab ich da was verpasst? Ich bin ja auch Chemiker wie Herr Jinbo Hu, aber ich bin mir durchaus darüber im Klaren, das es auch noch andere Wissenschaften gibt, als die Chemie. Zum Beispiel halt die Archäologie! Oder ist das in China anders?
Was lerne ich daraus? Es mag ja toll sein in Top- Journalen zu publizieren, aber mann sollte nie den Blick über den Tellerand vergessen, sonst wird man zum Schmal(st)spur- Wissenschaftler.
Juli 01
Funkstille a la von der Leyen
Bundesarbeitsministerin Ursula v.d.Leyen macht sich Gedanken über die Arbeitswelt. Das ist grundsätzlich natürlich sehr löblich, schließlich ist es ja ihr Job. Und nicht jeder Politiker macht seinen Job, geschweige denn richtig.
Aber bleiben wir einmal bei der Gedankenwelt der Frau Ministerin. Sie will nun etwas für die arbeitende Bevölkerung tun und die Balance zwischen Arbeitswelt und Erholung wieder einstellen.Ein grundsätzlich löblicher Gedanke- Leider macht Frau v.d. Leyen jetzt mobile Geräte wie Smartphones und die daraus resultierende ständige Erreichbarkeit als die Schuldigen für die Unbalance aus. Und damit geht sie wie fast immer am eigentlichen Problem vorbei. Denn schließlich kann man mobile Endgeräte auch abschalten, wenn man das will.
Der Grund für den Zwang zur ständigen Erreichbarkeit, der dauernden Megaeffizienz etc. liegt in der Struktur des Arbeitsmarktes selbst und der durch SPD und Grüne initiierten Stärkung des Niederiglohn- und Leiharbeitersektors sowie der fortdauernd hohen Arbeitslosigkeit. Denn dadurch werden Arbeitnehmer durch Arbeitgeber erpressbar! Wer nicht Erreichbar sein will, nicht effizient genug funktioniert etc., der wird eben ganz schnell mal gefeuert oder halt an den Verleiher zurück geschickt. RETURN TO SENDER!
Wenn also Frau Ministerin wirklich etwas tun wollte, dann wäre als erstes eine Reform des Arbeitsmarktes und ein kompromißloses Zurückrollen der modernen Sklaventreiberei angesagt. Aber das will sie dann doch nicht.
