Datenausverkauf

Unsere lieben Parlamentarier im Bundestag, zumindest das kleine Häuflein derer die nicht Fußball gucken waren, haben am 28. Juni ein Gesetz zur Fortentwicklung des Meldewesens in zweiter und dritter Lesung beschlossen. Im Rekordtempo von 57 Sekunden, wie das nachfolgende Video beweist. Erschreckend ist schon, das der Ausverkauf der Daten der Bürger in eine Gesetzesinitiative einfließen konnten. Aber noch erschreckender ist, das bei der Sitzung des Bundestages nur ein kleines Häuflein Politiker anwesend war (Anwesenheitsdienst hatte). Das ist der Skandal. Und das verlogene Gequakte der sogenannten Oppositionsparteien ist genauso skandalös wie verlogen. Mit einer pflichtbewussten Anwesenheit der Abgeordneten hätte auch dieses Gesetz gekippt werden können.

http://www.youtube.com/v/jtJauIV2ff4?version=3&hl=en_US

Netzneutralität aktuell

Im einfachsten Sinne bedeutet Netzneutralität ja, das jedes Datenpaket gleichberechtigt weitergeleitet wird und das mit der Geschwindigkeit, die man verfügbar (und bezahlt) hat. Das bei deutschen Providern die Versprechen was die Geschwindigkeit der Internetverbindung betrifft oft von der Realität abweichen, das ist ja zur Genüge bekannt. Ruchbar ist darüber hinaus Kabel Deutschland geworden, da sich die Firma explizit das Recht zur Drosselung herausgenommen hat und im mobilen Internet gehört ja eine volumenabhängige Drosselung und VoIP- Sperre ja zur Normalität. Aber was ist nun drann an der Vermutung, das deutsche Provider per Deep packet inspection gezielt den Datenstrom regulieren? Nun die Frage kann ich auch nicht beantworten, aber es gibt da ein von der Max- Plack Gesellschaft (Max Planck Institute for Software Systems) entwickeltes Tool, was zumindest etwas Licht in das Dunkel bringen kann. Wer also mehr über eventuelle Drosselungen seines Providers erfahren möchte, der schaue doch mal hier: http://broadband.mpi-sws.org/transparency/glasnost.php.

Archäologie ist keine Wissenschaft?

In der Hauszeitung deutscher Chemiker werden manchmal erfolgreiche Autoren kurz vorgestellt. Im aktuellen Band 28 ist es Herr Jinbo Hu, Research Professor am Shanghai Institute of Organic Chemistry der Chinesischen Akademie der Wissenschaften., anläßlich seiner 10. Publikation in dieser international sehr renommierten Zeitschrift. Das alles wäre an sich keinen Blog- Beitrag wert, wäre da nich folgende Aussage des netten Herren: „Wenn ich kein Wissenschaftler wäre, wäre ich ein Archäologe. Meine größte Motivation sind mein Interesse und meine Neugier …“ (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201201016/abstract).

Hab ich da was verpasst? Ich bin ja auch Chemiker wie Herr Jinbo Hu, aber ich bin mir durchaus darüber im Klaren, das es auch noch andere Wissenschaften gibt, als die Chemie. Zum Beispiel halt die Archäologie! Oder ist das in China anders?

Was lerne ich daraus? Es mag ja toll sein in Top- Journalen zu publizieren, aber mann sollte nie den Blick über den Tellerand vergessen, sonst wird man zum Schmal(st)spur- Wissenschaftler.