Bundesarbeitsministerin Ursula v.d.Leyen macht sich Gedanken über die Arbeitswelt. Das ist grundsätzlich natürlich sehr löblich, schließlich ist es ja ihr Job. Und nicht jeder Politiker macht seinen Job, geschweige denn richtig. Aber bleiben wir einmal bei der Gedankenwelt der Frau Ministerin. Sie will nun etwas für die arbeitende Bevölkerung tun und die Balance zwischen Arbeitswelt und Erholung wieder einstellen.Ein grundsätzlich löblicher Gedanke- Leider macht Frau v.d. Leyen jetzt mobile Geräte wie Smartphones und die daraus resultierende ständige Erreichbarkeit als die Schuldigen für die Unbalance aus. Und damit geht sie wie fast immer am eigentlichen Problem vorbei. Denn schließlich kann man mobile Endgeräte auch abschalten, wenn man das will. Der Grund für den Zwang zur ständigen Erreichbarkeit, der dauernden Megaeffizienz etc. liegt in der Struktur des Arbeitsmarktes selbst und der durch SPD und Grüne initiierten Stärkung des Niederiglohn- und Leiharbeitersektors sowie der fortdauernd hohen Arbeitslosigkeit. Denn dadurch werden Arbeitnehmer durch Arbeitgeber erpressbar! Wer nicht Erreichbar sein will, nicht effizient genug funktioniert etc., der wird eben ganz schnell mal gefeuert oder halt an den Verleiher zurück geschickt. RETURN TO SENDER! Wenn also Frau Ministerin wirklich etwas tun wollte, dann wäre als erstes eine Reform des Arbeitsmarktes und ein kompromißloses Zurückrollen der modernen Sklaventreiberei angesagt. Aber das will sie dann doch nicht.
Juni 13
Was tun?
Čto delať? – oder zu Deutsch: „Was tun?“ fragte sich 1902 Wladimir Iljitsch Lenin und schrieb sein gleichnamiges Hauptwerk.
In Anbetracht der Krisen in Europien kommt dieser simplen Frage wieder eine zentrale Bedeutung zu? Denn unsere Politiker scheinen keine Antwort geben zu können oder zu wollen. Die eiserne Uckermärkerin will die Rettung durch (tot)sparen erreichen, andere durch Kollektivierung (sprich Sozialisierung) der Schulden mittels Euro- Bonds usw. usf. Das sind dann meiner Meinung untaugliche Mittel, da sie nur Symptome aber keine Ursachen bekämpfen. Aber was könnte man? Da fällt mir glatt einiges ein:
- Die Finanztransaktionssteuer ( Frau Merkel möchte die nur halbherzig haben)- Höhe 50%, Erlöse fließen in die Schuldentilgung, danach in Infrastruktur- und Bildungsprojekte.
- Verbot aller Leerverkäufe und ähnlicher spekulativer Finanzprodukte.
- Kein Börsenhandel von Grundnahrungsmitteln, Bodenschätzen und Energie.
- Keine Termingeschäfte an der Börse.
- Vermögenssteuer auf hohe Bar- und Immobilienwerte.
- Verbot von Ratingagenturen, Hedgefonds….
Also alles was den Bankensektor entmachtet und zurückstutzt.
Nur wer hat den Mut, das anzufassen?
Juni 13
Rente mit 74
Die OECD fordert ein Renteneintrittsalter von 74 Jahren! (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/oecd-studie-zum-renteneintrittsalter-mit-in-den-ruhestand-1.1379709)- Ja geht’s denn noch? Sicher steigt die Lebenserwartung und ebenso ist Altersarmut eine Bedrohung für uns. Aber sollte nicht einmal der technische Fortschritt, Automation etc. dafür sorgen, das der Mensch besser lebt? Möglich wäre es, wenn nicht eine riesige Umverteilung der Werte von Unten nach Oben weltweit stattfinden würde. Und vor allem was bringt die Rente mit 74? Im Endeffekt doch nur eine stetig steigende Jugendarbeitslosigkeit! Junge, innovative, kreative und tatendurstige Menschen sind zum Nichtstun verurteilt, bekommen Zukunftsängste, sehen keinen Sinn im Leben, trauen sich keine Familie zu gründen und Kinder groß zu ziehen. Die Folge: psychische Erkrankungen explodieren, aber auch Gewalt, Kriminalität und Extremismus. Aber das ficht die sogenannten Fachleute der OECD nicht an. Hier wird nur Erbsenzählerei betrieben anstatt auf die Entwicklung moderner(er) Gesellschaftsformation hinzuwirken. Auf gesellschaftliche Teilhabe aller- möglich wäre da auf jeden Fall viel mehr, als heute getan wird. Aber dazu bedarf es einer Umverteilung von Oben nach Unten. Und dafür wird die OECD nicht bezahlt.
